Gemeinde St. Joseph

 

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Kirchen

  

Christkönigkirche (Eppelheim)

Rudolf-Wild-Straße 51
69214 Eppelheim

Josephskirche (Eppelheim)

Christophstraße 2
69214 Eppelheim
 

Einrichtungen und Räume

  
 

Chronik

 

Wurzeln im frühen Mittelalter

Der Lorscher Codex berichtet von einer Schenkung des Geistlichen Walaram: Am 3. Oktober 770 übereignet er das Gebiet von Ebbelenheim (Eppelheim) an das Kloster Lorsch „in den der Leib des Hl. Nazarius ruht“. 796 wird in einer Urkunde ein Priester Erlebad erwähnt, der die Kirche des Hl. Nazarius in Eppelheim leitete und zu deren Unterhalt er eine Schenkung empfängt.
Im späteren Mittelalter gehörte das Land um den unteren Neckar zum geistlichen Sprengel des Bischofs von Worms. Das Wormser Synodale von 1496 hält fest, dass Eppelheim eine Pfarrei mit einer dem Hl. Bartholomäus geweihten Kirche war und der dortige Zehnte dem Kanonikerstift zu Neuhausen bei Worms zufloss. Das Stift hatte den Pleban, den Leutpriester für Eppelheim zu bestellen und für seinen Unterhalt sowie für die Instandhaltung der Kirche zu sorgen. Reste dieser Kirche finden sich in der heutigen evangelischen Pauluskirche.

Reformation und Rekatholisierung

Nach Einführung der Reformation durch den pfälzischen Kurfürsten Ottheinrich verließ der letzte katholische Priester Valentin Hin den Ort, dessen wenige Dutzend Einwohner nun durchweg der reformierten Konfession angehörten.
Nach dem Pfälzischen Erbfolgekrieg (1688 – 1697), in dem Eppelheim Anfang 1689 niedergebrannt wurde, bemühten sich die neuen katholischen Kurfürsten der Linie Pfalz-Neuburg um eine Rekatholisierung der Pfalz und förderten die Einwanderung katholischer Neubürger. Seit 1701 gab es in Eppelheim neben einem Ortsgericht wieder einen katholischen Lehrer und eine katholische Schule, allerdings nur um 100 Einwohner. 1744 konnten die Katholiken aus Wieblingen, Edingen und Eppelheim eine eigene Pfarrkirche in Wieblingen errichten, die das alte vorreformatorische Bartholomäus-Patrozinium erhielt.

Eine eigene Kirche: St. Joseph

Im 19. Jahrhundert wächst die Bevölkerung rasch. 1878 wurde für die Filialgemeinde in Eppelheim mit ca. 500 Katholiken eine eigene Kirche gebaut, die das Bauhandwerkerdorf dem Hl. Joseph widmete: Die St. Josephskirche in der Hauptstraße.
Mit Gründung einer Schwesternstation und des Kindergartens St. Elisabeth (1904), eines Arbeitervereins, des Jungmännerverein (später DJK 1910 e.V.), Kirchenchors und Müttervereins entwickelte sich ein lebendiges katholisches Gemeindeleben. Die Volkszählung von 1925 erfasste bereits 922 Katholiken, etwa 29% der Bevölkerung Eppelheims. Im gleichen Jahr wurde Eppelheim von der Mutterpfarrei Wieblingen getrennt und zur Pfarrkuratie erhoben: Es erhielt einen eigenen Pfarrkuraten, der im Ort residierte. Die Katholiken der neuen Heidelberger Siedlung „im Pfaffengrund“ wurden der Kuratie Eppelheim angeschlossen.
1928 wurde hinter der Josephskirche das Gemeindehaus „Franziskushof“ gebaut. Es sollte den katholischen Vereinen ein Zuhause und der Pfarrgemeinde einen ausreichend großen Versammlungssaal bieten.

Trennung von Pfaffengrund

Die Pfaffengrunder Siedlung wuchs rasch und zählte 1935 bereits 1.200 Katholiken. Gleichzeitig mit dem Bau der Autobahn (1935) zwischen beiden Ortschaften erhielt sie ebenfalls den Status einer selbstständigen Pfarrkuratie.
Nach Beginn des 2. Weltkrieges mussten beide Kirchengemeinden je zwei der drei Glocken für Rüstungszwecke abliefern. Im Rahmen des Wiederaufbaus gelang es Pfarrkurat Josef Ott (kath.) und Pfarrer Gottlob Hees (evang.) in damals beispielloser ökumenischer Zusammenarbeit und dank großer Spenden (u.a. der Familie Wild) sieben neue, aufeinander abgestimmte Glocken für die beiden Kirchen und eine für die städtische Friedhofskapelle in einem Guss erstellen zu lassen. 1948 wurde diese geweiht.
Eppelheim wuchs auch durch viele katholische Flüchtlinge aus dem Böhmerwald, dem Sudentenland und Ungarn. Als die Zahl der Katholiken 1955 auf 2.225 angestiegen war, erhob Erzbischof Seiterich von Freiburg die Kuratie zur Pfarrei.

Eine größere Kirche wird notwendig

Die Plätze in der kleinen Josephskirche reichten seit Jahren nicht mehr. Südlich des Ortes, am Rande eines sehr großen Baufeldes wurde an der Bahnhofstraße (heute: Rudolf-Wild-Straße) eine große moderne Kirche gebaut und am Christkönigsfest 1961 konsekriert. Sie trägt den Titel „Jesus Christus Rex“ – Christkönigskirche. Nach dem 2. Vatikanischen Konzil wurde der Chorraum umgestaltet; die sog. Krypta diente ungezählten Jugendlichen als Partyraum (heute aus Sicherheitsgründen nicht mehr erlaubt).
Ein zweiter katholischer Kindergarten, St. Luitgard, eröffnete drei Jahre später schräg gegenüber der Kirche seine Pforten. An der Stelle des ziemlich maroden „Franziskushofs“ aus den 20iger Jahren wurde ab 1976 das neue Gemeindehaus St. Franziskus errichtet. Seither gibt es täglich mit seinem großen Multifunktionssaal, der Tagesstätte, Tagungs-, Arbeits- und Jugendräumen, Kegelbahnen und einer Großküche ungezählten Veranstaltungen den jeweils passenden Rahmen.

Ökumene

Mit der Gründung der gemeinsamen kirchlichen Sozialstation 1979 wurde Eppelheim unter der Leitung von Pfarrer Wolfgang Buck erneut Vorreiter der Ökumenischen Zusammenarbeit in der Region. Evangelische Kirchengemeinde und katholische Pfarrgemeinde vereinbarten 2006 eine „ökumenische Partnerschaft“, in der u. a. regelmäßige ökumenische Gottesdienste, ökumenische Bibelabende und -wochen, der ökumenische Gemeindebrief zu Weihnachten und Ostern und der ökumenische Ausschuss als verantwortliches Arbeitsgremium festgeschrieben wurden. Auch die Veranstaltungsreihe „Musik in der Josephskirche“ wird von beiden Gemeinden seit 1986 getragen. Die Sternsinger leben die Ökumene ebenfalls intensiv.

Seelsorgeeinheit statt Pfarrei

Entsprechend den pastoralen Leitlinien der Erzdiözese Freiburg wurde 2006 die Seelsorgeeinheit St. Christophorus begründet. Die Filialgemeinden Eppelheim und Pfaffengrund, die sich im 19. bzw. 20. Jahrhundert entwickelten, wurden mit der Mutterpfarrei Wieblingen wieder zu einem Pfarrverbund zusammengefasst. Eppelheim stellte mit 4.710 Katholiken die größte Ortsgemeinde. Pfarrer Johannes Brandt übernahm 2008 die Seelsorgeeinheit und bewohnt seither das Pfarrhaus in Eppelheim.
In Eppelheim wurden u.a. der Kindergarten St. Luitgart abgerissen und erheblich größer neu errichtet. Bestehende Gruppierungen erneuerten sich bzw. führen ihre Arbeiten fort. Die Sozialstation fusionierte mit der Heidelberger.

2015: Aufbruch innerhalb der Stadtkirche Heidelberg

Mit Gründung der Stadtkirche Heidelberg began auch in Eppelheim ein neues Kapitel. Die Pfarrei wurde eine von 12 Gemeinden innerhalb der großen Seelsorgeeinheit Stadtkirche Heidelberg. Pfarrer Brandt zum stellvertretendem Leiter der Stadtkirche mit vielfältigen gemeindeübergreifenden Aufgaben ernannt Die Aufhebung einer strengen Verwurzelung "ein Pfarrer - eine Gemeinde" wurde in den Folgejahren immer offensichtlicher. Anstelle der lokalen Pfarrgemeinderäte wurde ein (Stadtkirchen-) Pfarrgemeinderat mit 3 Vertretern pro Gemeinde gewählt und von diesem lokale Gemeindeteams in unterschiedlichen Stärken berufen. Das zunächst achtköpfige Team nimmt sich seither der Anliegen und vieler Aufgaben vor Ort an, die bislang von Seelsorgern und Pfarrgemeinderat geschultert wurden. Eine Visitation der Stadtkirche durch Bischof Gerber im Frühjahr 2018 gab zusätzliche Impulse und Ideen für das Zusammenwachsen der Stadtkirche und die lokalen Tätigkeiten.
Trotz einer hohen Zahl an Kirchenaustritten weist die Gemeinde St. Joseph Eppelheim ein reges Leben innerhalb vieler Gruppierungen und Organisationen auf, in denen viele hundert Personen locker oder fest engagiert sind.
 
Dr. Elisabeth Dahlhaus / Wolfgang Stromberg