Gottes Einladung zum Leben
Kreuz – Handauflegung – Wasser – Salbung – Taufkleid – Taufkerze
Die Taufe ist ein Sakrament – und das bedeutet, das ein Mensch der Liebe Gottes begegnet und von Gott beschenkt wird. Doch das können wir nicht sehen. Deshalb gibt es in der Feier der Taufe zahlreiche Symbole, die dieses Geheimnis sichtbar und augenscheinlich machen.
Kreuzzeichen
Das bekannteste Kennzeichen der Christen und gleichzeitig eine Zusammenfassung ihres Glaubens ist das Kreuz, das Bekenntnis zu Vater, Sohn und Geist. Deshalb zeichnet der Taufspender dem Kind ein Kreuz auf die Stirn, und auch Eltern und Paten werden dann dazu eingeladen. Das Kreuz ist ein Zeichen, das uns erinnert, dass das Kind unter Gottes Schutz steht. So kann das Kreuz auch später immer wieder ein Segenszeichen von den Eltern sein, z.B. wenn ein Kind schlafen geht oder wenn es das Haus verlässt.
Handauflegung
Das Auflegen der Hände ist ein Zeichen, das nicht viel Erklärung braucht, ein Zeichen des Schutzes. Gott legt seine segnende Hand auf das Kind. Wir erkennen an, dass das Kind nicht unser Besitz ist – Gott hat es uns geschenkt. Eltern haben Verantwortung für das Kind, können jedoch nicht immer bedingungslos für es da sein. Deshalb vertrauen wir auf den Schutz Gottes. In der Bibel finden wir die Erzählung, wie Jesus den Kindern die Hände auflegt. Er soll auch Ihr Kind vor allem bewahren, was unmenschlich und böse ist.
Übergießen mit Wasser
Wasser ist für viele Deutungen offen: reinigen, erfrischen, kühlen, beleben, den Durst stillen. Aber auch in negativem Zusammenhang kennen wir Wasser, so bei Überschwemmungen oder einem reißenden Fluss. Beides kommt bei der Taufe zusammen: Wasser, das Leben nimmt – Wasser, das Leben gibt.
Früher wurde das sehr deutlich gezeigt, indem der Täufling mit dem ganzen Körper in ein Wasserbecken stieg oder untergetaucht wurde. Durch das Untertauchen wurde die Beziehung zu Jesus hergestellt, der gestorben ist und wieder auferstanden ist. Das Untertauchen ist dabei Symbol für das "Sterben des alten Menschen" (so sagt es der Apostel Paulus), und das Auftauchen ein Symbol für neues Leben aus dem Wasser.
Im Leben des Kindes wird es viele Höhen und Tiefen geben, die es bewältigen muss. Wir drücken durch die Taufe mit Wasser aus, dass Jesus durch diese Höhen und Tiefen mitgeht. Er lässt uns nicht im Stich. Bei der Taufe spricht der Priester folgende Worte: "…, ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Salbung mit Chrisam
Das Chrisam ist eine Mischung von Olivenöl und Balsam. Das Wort bedeutet "Salböl"; von diesem Wort ist auch der Ehrenname "Christus" = "der Gesalbte", abgeleitet. Früher wurden Könige und Propheten mit Öl gesalbt, um zu zeigen dass sie einen göttlichen Auftrag haben. Heute gehört die Salbung als festes Element zur Taufe, zur Firmung und zur Priesterweihe. Für uns als Christen, also als "Gesalbte", ist dies ein Zeichen, dass ein Mensch einen besonderen Auftrag von Gott hat und dass er priesterliche und königliche Würde geschenkt bekommt.
Anziehen des Taufkleides
"Kleider machen Leute" – so sagt man, und so ist es auch. Das festliche Kleid bei der Taufe hebt die Würde des Christen heraus. Als Verdeutlichung dessen, was in der Taufe geschehen ist, wird dem Kind dieses Kleid angezogen.
Der Brauch stammt von der Erwachsenentaufe in der frühen Kirche: Den Neugetauften wurde ein neues weißes Kleid angelegt, das sie eine Woche lang im Gottesdienst trugen. Im Galaterbrief schreibt der Apostel Paulus: "Ihr alle seid jetzt mündige Söhne und Töchter Gottes – durch den Glauben und weil ihr in engster Gemeinschaft mit Jesus Christus verbunden seid. Denn als ihr in der Taufe Christus übereignet wurdet, habt ihr Christus angezogen wie ein Gewand." (Gal 3, 26-27)
Überreichen der Taufkerze
Wenn jemandem "ein Licht aufgeht", dann sieht er wieder klar, gewinnt Orientierung. Für Christen ist Jesus das Licht der Welt. Die brennende Kerze ist sprechendes Zeichen dafür und wird an der Osterkerze entzündet. Damit drücken die Eltern und Paten aus, dass sie das Licht von Jesus ihrem Kind anvertrauen wollen.
Die Eltern sind für ein Kind die ersten und wichtigsten Glaubenszeugen. Man könnte sogar sagen, die Eltern sind die ersten, durch die das Kind etwas vom Licht Gottes ahnt. Indem sie es vorleben, machen sie dem Kind deutlich, was es bedeutet, als Christ zu leben. Gleichzeitig drücken sie den Wunsch an Jesus, das Licht, aus, dass er ihr Kind auf seinem Lebensweg immer wieder in die richtige Richtung führt.
Zur Feier der Taufe gehört es immer auch, auf die Boschaft der Heiligen Schrift zu hören. Es bietet sich an, dass dies ein Text ist, der auch einen inhaltlichen Bezug zur Taufe hat. Vielleicht kennen Sie selbst einen Text, der für Sie persönlich wichtig geworden ist. Vielleicht nehmen Sie einmal die Bibel zur Hand und suchen selbst nach einem Text, der Sie anspricht.
Als Anregung finden Sie hier einige Texte, die als Lesung für die Taufe gut passen. Mit einem Klick auf die Stellenangabe können Sie den Text im "BibleServer" lesen:
- Exodus 17, 3 – 7
- Ezechiel 36, 24 – 28
- Jesaja 43, 1 – 3 a
- Jesaja 49, 14 – 16
- Matthäus-Evangelium 18, 1 – 5
- Matthäus-Evangelium 28, 16 – 20
- Markus-Evangelium 1, 9 – 11
- Markus-Evangelium 10, 13 – 16
- Johannes-Evangelium 3, 1 – 5
- Johannes-Evangelium 4, 5 – 14
Das "lebendige Wasser", von dem Jesus hier spricht, war damals die Bezeichnung für frisches Quellwasser. Jesus deutet diesen Begriff in diesem Gespräch aber ganz neu. - Johannes-Evangelium 7, 37 – 39
- Römerbrief 6, 3 – 5
- 1. Korintherbrief 12, 12 – 13
- Galaterbrief 3, 26 – 28
- Epheserbrief 4, 1 – 6
- 1. Petrusbrief 2, 4-5a.9
Es gibt im Verlauf der Tauffeier, für Einladungskarten oder für ein Erinnerungsablbum viele Gelegenheiten, mit Gedanken, Sprichwörtern, Geschichten oder anderen Texten das auszudrücken, was uns bewegt. Wir stellen Ihnen hier eine Auswahl vor – nur ein kleiner Ausschnitt aus den vielen Möglichkeiten, die sich anbieten.
Wir wollen um die Taufe unseres Kindes bitten.
Wir möchten es von klein auf
an unserem christlichen Glauben teilhaben lassen.
Und wir nehmen es in das Wagnis des Glaubens hinein
so wie unsere Eltern uns einst taufen ließen,
und wofür wir ihnen dankbar sind.
Wir bitten besonders die Paten,
alle Verwandten und Freunde,
nicht zuletzt die Gemeinde,
dem Kind und uns als Eltern dabei zu helfen.
Wir hoffen und wünschen,
dass dieses Kind einmal
als erwachsener Mensch
in diesem Glauben ein Zuhause finden wird,
dass es auf seine Weise
unseren gemeinsamen Glauben
lebendig hält und glücklich darin wird.
(Werner Schaube) ↑ nach oben
Ewiger, heiliger, geheimnisreicher Gott
Ich komme zu dir. Ich möchte dich hören, dir antworten.
Vertrauen möchte ich dir und dich lieben, dich und alle deine Geschöpfe.
Dir in die Hände lege ich Sorge, Zweifel und Angst.
Ich bringe keinen Glauben und habe keinen Frieden. Nimm mich auf
Sei bei mir, damit ich bei dir bin, Tag um Tag.
Führe mich, damit ich dich finde und deine Barmherzigkeit.
Dir will ich gehören, dir will ich danken, dich will ich rühmen.
Herr, mein Gott. ↑ nach oben
Herr, Gott,
Du hast uns dieses Kind geschenkt. Glück und Last, Verantwortung und Ratlosigkeit, Freude, Verzagen, Stolz, Ohnmacht ‑in dieser Spannung bewegt sich unser Leben als Eltern mit dem Kind. Herr, Du hast es in unsere Freiheit gegeben, aber es ist und bleibt letztlich Dein Kind. Dir sind wir Rechenschaft schuldig, Wir vertrauen aber auch darauf, dass Du es Deine Wege führst, auch wenn wir noch so viel falsch machen.
Wir können nicht ermessen, wie viel Glück und Freude es für uns bedeuten wird. Wir wissen nicht, wie viele Sorgen es uns machen wird ‑weil es anders ist als wir meinen, weil wir es nicht zu behüten vermögen vor äußeren und inneren Gefahren, weil es krank werden, uns vielleicht wieder genommen werden kann. Aber wir sind nicht mit ihm allein gelassen. Du bist mit ihm und mit uns. Fürchten wir uns nicht, Gib uns alle Tage die große, starke Freude an unserem Kind. Gib uns den langen Atem der Liebe und ein nie versiegendes Vertrauen, das auch dorthin noch reicht, wohin unser Verständnis ihm vielleicht nicht mehr folgen kann.
wir möchten nicht
dass unser kind
mit allen wassern gewaschen wird
wir möchten
dass es
mit dem wasser der gerechtigkeit
mit dem wasser der barmherzigkeit
mit dem wasser der liebe und des friedens
reingewaschen wird
wir möchten
dass unser kind
mit dem wasser
christlichen geistes
gewaschen
übergossen
beeinflusst
getauft
wird
wir möchten selbst das klare lebendige wasser
für unser kind werden und sein
jeden tag
wir möchten auch dass seine paten
klares kostbares lebendiges wasser
für unser kind werden
wir hoffen und glauben
dass auch unsere gemeinde in der wir leben
und dass die kirche zu der wir gehören
für unser kind das klare kostbare
lebendige wasser
der gerechtigkeit
der barmherzigkeit
der liebe und des friedens ist
wir möchten
und hoffen
dass unser kind
das klima des evangeliums findet
wir möchten nicht
dass unser kind mit allen wassern
gewaschen wird
deshalb
in diesem bewusstsein
in dieser hoffnung
in diesem glauben
tragen wir unser kind
zur kirche
um es der kirche
der gemeinde zu sagen
was wir erwarten
für unser kind
was wir hoffen
für unser kind
wir erwarten viel
wir hoffen viel
(Wilhelm Wilms) ↑ nach oben
Herr,
manchmal haben wir Angst vor den Anforderungen,
die die Erziehung unserer Kinder, die du uns anvertraut hast, mit sich bringt,
weil es in dieser Zeit mit ihren Schwierigkeiten, aber auch mit ihren Möglichkeiten
immer schwerer zu sein scheint, zu wissen, wie Kinder wirklich zu erziehen sind.
Wir wissen, dass wir Fehler machen werden,
dass wir unsere Kinder enttäuschen werden,
dass unsere Kraft und Geduld nicht ausreichen werden,
dass wir Fehlentscheidungen treffen werden
und dass unsere Liebe manchmal zu schwach sein wird.
Um uns sehen wir Eltern, die sich ängstlich abmühen
und genau so Angst haben
aber ihr Bestes geben
lesen denken wachsen empfindsam bleiben
um ihren Kindern nahe zu sein
und ihnen den bestmöglichen Start zu geben.
hilf uns allen, die Liebe nicht aufzugeben
und lege deinen Segen auf unsere Liebe
damit sie stark genug ist
aus all unseren Fehlern noch etwas zu machen
hilf uns erkennen, was es praktisch heißt
unseren Kindern wirklich Freunde zu sein.
(Ulrich Schaffer) ↑ nach oben
Singet leise, leise, leise,
singt ein flüsternd Wiegenlied,
von dem Monde lernt die Weise,
der so still am Himmel zieht.
Singt ein Lied so süß gelinde,
wie die Quellen auf den Kieseln,
wie die Bienen um die Linde
summen, murmeln, flüstern, rieseln.
(Clemens Brentano) ↑ nach oben
Gottlob, dass du da bist
Da bist du
sei uns willkommen
es steht dir nicht auf der Stirn geschrieben
was in dieser Welt
über dich
verhängt ist
und ich weiß nicht
wie es dir gehen wird
aber gottlob
dass du da bist
(Matthias Claudius) ↑ nach oben
Es sagte einmal die kleine Hand zur großen Hand:
Du, große Hand, ich brauch dich,
so wie die Blume empor rankt am Holz, das ihr Halt gibt.
Ich brauche deine Kraft und deine Erfahrung mit all den Dingen, die du gestaltest.
Ich möchte lernen von dir,
wie man das Schwächere birgt, hegt und behütet,
den jungen Vogel, der aus dem Nest fiel
und die Geschöpfe, die uns Menschen anvertraut sind,
wie man den Gestrauchelten hält und dem Geängstigten Mut gibt,
wie man dem Unrecht wehrt und für das Notwendige einsteht.
Ich bitte dich, dass ich dir zugewandt sein darf ohne Angst,
und dass du nach Zeiten der Arbeit und Mühe
mit mir spielen wirst und dich auftust dem Leben,
das uns gemeinsam geschenkt ist.
Und es sagte die große Hand zur kleinen Hand:
Du, kleine Hand, ich brauch dich,
damit ich nach Hasten und Lasten der Tage
einmal ausruhen kann und gelöst sein und freier,
hingegeben an Sonne und Wind.
Ich möchte lernen von dir
das so lange vergessene Vertrauen:
Einer ist da, der mich hält und führt und begeistert!
Mit dir möchte ich wieder ein Gebet versuchen,
das sich bittend dem hingibt,
in dessen Treue wir alle geborgen sind,
auch die Zweifler.
Ich bitte dich: Wenn ich verkrampft bin in Zorn und Verzweiflung,
müde und matt von den Niederlagen des Tages,
sei bei mir,
dass meine Schatten vertrieben werden vom Licht.
Du kleine Hand, zeige mir wieder das Wunder,
dass wir alle unsagbar geliebt sind.
(aus: Maria Wiesinger, Mein Kind) ↑ nach oben
Am Hofe gab es starke Leute und gescheite Leute,
der König war ein König, die Frauen waren schön und die Männer mutig,
der Pfarrer war fromm und die Küchenmagd fleißig – nur Colombin, Colombin war nichts.
Wenn jemand sagte: „Komm Colombin, kämpf mit mir“,
sagte Colombin: „Ich bin schwächer als du.“
Wenn jemand sagte: „Wie viel gibt zwei mal sieben?“,
sagte Colombin: „Ich bin dümmer als du.“
Wenn jemand sagte: „Getraust du dich, über den Bach zu springen?“
sagte Colombin: „Nein, ich getrau mich nicht.“
Und wenn der König fragte: „Colombin, was willst du werden?“
antwortete Colombin: „Ich will nichts werden, ich bin schon etwas, ich bin Colombin.“
(Peter Bichsel, Kindergeschichten) ↑ nach oben
Segne dieses Kind und hilf uns ihm zu helfen,
dass es sehen lernt mit seinen eignen Augen
das Gesicht seiner Mutter und die Farben der Blumen
und den Schnee auf den Bergen und das Land der Verheißung.
Segne dieses Kind und hilf uns ihm zu helfen,
dass es hören lernt mit seinen eignen Ohren
auf den Klang seines Namens, auf die Wahrheit der Weisen,
auf die Sprache der Liebe und das Wort der Verheißung.
Segne dieses Kind und hilf uns ihm zu helfen,
dass es greifen lernt mit seinen eignen Händen
nach der Hand seiner Freunde, nach Maschinen und Plänen,
nach dem Brot und den Trauben und dem Land der Verheißung.
Segne dieses Kind und hilf uns ihm zu helfen,
dass es reden lernt mit seinen eignen Lippen
von den Freuden und Sorgen, von den Fragen der Menschen,
von den Wundem des Lebens und dem Wort der Verheißung.
Segne dieses Kind und hilf uns ihm zu helfen,
dass es gehen lernt mit seinen eignen Füßen
auf den Straßen der Erde, auf den mühsamen Treppen,
auf den Wegen des Friedens in das Land der Verheißung,
Segne dieses Kind und hilf uns ihm zu helfen,
dass es lieben lernt mit seinem ganzen Herzen.
(Lothar Zenetti, als Lied im Gotteslob Nr. 490) ↑ nach oben
Der Herr
sei vor dir,
um dir den rechten Weg zu zeigen.
Der Herr sei neben dir,
um dich in die Arme zu schließen und dich zu schützen.
Der Herr sei hinter dir,
um dich zu bewahren vor der Heinitücke böser Menschen.
Der Herr sei unter dir,
um dich aufzufangen, wenn du fällst und dich aus der Schlinge zu ziehen.
Der Herr sei in dir,
um dich zu trösten, wenn du traurig bist.
Der Herr sei um dich herum,
um dich zu verteidigen, wenn andere über dich herfallen.
Der Herr sei über dir,
um dich zu segnen.
(Segensgebet aus dem 4. Jahrhundert, frei übertragen von Anton Kner) ↑ nach oben
Lieber Vater im Himmel!
Du hast uns mit unseren Kindern so reich gemacht.
Dafür danken wir dir viel zu wenig.
Wir seufzen oft über ihre Unarten
und sehen nur so selten das Gute.
Bei aller Mühe um ihr Gedeihen
bereiten sie uns doch immer wieder viel Freude.
Gib uns den rechten Blick für unsere Kinder,
gib Zeit und Geduld, das zu pflegen,
was du in sie hineingelegt hast.
Schenke uns Liebe und die Fähigkeit Grenzen zu setzen,
Güte und Festigkeit, wo sie nötig sind.
Lehre uns, unsere Kinder recht zu begleiten,
auch wenn sie sich uns verschließen
und wir sie nicht verstehen.
Bewahre sie vor bösem Einfluss und schlechten Wegen,
erwecke vielmehr ihr Herz zu fröhlichem Glauben an dich.
Lass uns weise sein, ihnen deinen Willen so zu bezeugen,
dass sie Lust bekommen, danach zu leben.
Wehr dem Geist der Sorge und der Unzufriedenheit
in unserer Familie, damit unsere Kinder
erkennen können, wie du für sie und uns alle sorgst.
In deine Führung befehlen wir unsere Kinder.
Hilf uns, sie lieb zu behalten, weil du sie uns gabst.
(Helmut Scheler) ↑ nach oben
Von den Kindern
Und eine Frau, die einen Säugling an der Brust hielt, sagte:
Sprich uns von den Kindern.
Und er sagte: Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch
und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken.
Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben, aber nicht ihren Seelen,
denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen, das ihr nicht besuchen könnt,
nicht einmal in euren Träumen.
Ihr dürft euch bemühen, wie sie zu sein,
aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen.
Denn das Leben läuft nicht rückwärts,
noch verweilt es im Gestern.
Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder als lebende Pfeile ausgeschickt werden.
Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit,
und Er spannt euch mit Seiner Macht, damit Seine Pfeile schnell und weit fliegen.
Lasst eure Bogen von der Hand des Schützen auf Freude gerichtet sein;
denn so wie Er den Pfeil liebt, der fliegt,
so liebt Er auch den Bogen, der fest ist.
(Khalil Gibran, Der Prophet) ↑ nach oben
Vertrauen wecken und Geborgenheit geben.
Kinder spüren genau, ob sie willkommen sind,
geliebt und gewollt.
Sie brauchen Zuneigung und Schutz,
Freiheit und Grenzen, Lob und Tadel, Zeit und Liebe.
Unser Vorbild spricht die deutlichste Sprache.
Mit Gott über unser Kind
und mit unserem Kind über Gott reden –
das sind zwei Seiten einer Münze. ↑ nach oben
Geborgenheit
Raum will ich dir geben, mein Kind,
in dem du dich entfalten kannst, sorglos und sicher,
mit der Kraft meines Herzens dich stützen,
beschützen und leiten mit sanfter Hand,
Blumen und Sterne dir zeigen,
schauen, lauschen, staunen
und Antwort geben auf ungezählte Fragen.
Glauben und Vertrauen dich lehren,
damit du unbeirrt und furchtlos gehst
auf dem Weg durch die Zeit.
Dich und mich, unser Glück, unsere Freude,
Zerbrechlichkeit und Versagen in Gottes unendlicher Liebe bergen.
(Emmy Grund) ↑ nach oben
Ich wünsche Dir Augen,
die die kleinen Dinge des Alltagswahrnehmen
und ins rechte Licht rücken;
Ich wünsche Dir Ohren, die die Schwingungen und Untertöne
im Gespräch mit anderen aufnehmen;
Ich wünsche Dir Hände, die nicht lange überlegen, ob sie helfen und gut sein sollen;
Ich wünsche Dir zur rechten Zeit das richtige Wort;
Ich wünsche Dir ein liebendes Herz, von dem Du Dich leiten lässt.
Ich wünsche Dir: Freude, Liebe, Glück; Zuversicht, Gelassenheit, Demut;
Ich wünsche Dir Güte – Eigenschaften, die Dich das werden lassen,
was Du bist und immer wieder werden willst – jeden Tag ein wenig mehr.
Ich wünsche Dir genügend Erholung und ausreichend Schlaf,
Arbeit, die Freude macht, Menschen die Dich mögen und bejahen und Dir Mut machen;
aber auch Menschen, die Dich bestätigen, die Dich anregen, die Dir Vorbild sein können,
die Dir weiterhelfen, wenn Du müde bist und traurig erschöpft.
Ich wünsche Dir viele gute Gedanken
und ein Herz, das überströmt in Freude
und diese Freude weiterschenkt.
Ich wünsche Dir Kraft, Energie und Mut, um das Leben zu meistern
und um Frieden zu finden mit Dir und der Welt. ↑ nach oben
Du müsstest das spüren, Gott.
Du müsstest das selbst einmal spüren, – mit meinen Händen:
diese zarte Haut, diese feinen Haare,
diese winzigen Finger und Zehen,
diese Kraft der Hände, diese Gelöstheit im Schlaf.
Du müsstest das hören, Gott.
Du müsstest das selbst einmal hören, – mit meinen Ohren:
diesen durchdringenden Schrei nach Leben,
das aufgeregte Schlagen des kleinen Herzens,
das Schmatzen der kleinen Lippen,
das gelegentliche tiefe Seufzen im Schlaf.
Du müsstest das riechen, Gott.
Du müsstest das selbst einmal riechen, – mit meiner Nase:
diese leichte Süße, wenn es auf dem Wickeltisch liegt, frisch gebadet,
oder wohlig warm verpackt an meiner Schulter.
Du müsstest das sehen, Gott.
Du müsstest das selbst einmal sehen, – mit meinen Augen:
dieses kurze, satte Lächeln nach dem Stillen,
dieses aufgeregte, aufgeweckte Strahlen in der Wiege,
die Arme und Hände, wie sie suchen und greifen,
die Füße und Beine, wie sie strampeln und treten.
Du Gott, es ist ein unbeschreibliches Gefühl,
wenn Du spürst: Das Lachen dieses Wunders gilt Dir. ↑ nach oben
Vor Gott muss man sich beugen, weil er so groß ist,
vor einem Kind, weil es so klein ist.
(Peter Rosegger) ↑ nach oben
Solange die Kinder klein sind, gib ihnen Wurzeln.
Sind sie älter geworden, gib ihnen Flügel.
(Sprichwort aus Indien) ↑ nach oben
Die Straße komme Dir entgegen.
Der Wind stärke Dir den Rücken.
Die Sonne scheine warm Dir ins Gesicht.
Der Regen falle sanft auf dein Feld.
Bis wir uns wieder sehen,
berge Gott dich in der Tiefe seiner Hand.
(Irischer Segensspruch) ↑ nach oben
Genesis 12,2: Ich will dich segnen, und du sollst ein Segen sein.
Josua 1,5b: Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht.
Josua 1,9: Fürchte dich nicht, und hab keine Angst; denn der Herr, dein Gott, ist mit dir bei allem, was du unternimmst.
Psalm 23,1: Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts fehlen.
Psalm 27,1: Der Herr ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist die Kraft meines Lebens; vor wem sollte mir bangen?
Psalm 37,5: Befiehl dem Herrn deinen Weg und vertrau ihm; er wird es fügen.
Psalm 56,12: Ich vertraue auf Gott und fürchte mich nicht. Was können Menschen mir antun?
Psalm 91,11f: Denn er befiehlt seinen Engeln, dich zu behüten auf all deinen Wegen. Sie tragen dich auf ihren Händen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt.
Psalm 119,105: Dein Wort ist meinem Fuß eine Leuchte, ein Licht für meine Pfade.
Psalm 127,1: Wenn nicht der Herr das Haus baut, müht sich jeder umsonst, der daran baut.
Psalm 139,5: Du umschließt mich von allen Seiten und legst deine Hand auf mich.
Jesaja 43,1: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein.
Jesaja 54,10: Auch wenn die Berge von ihrem Platz weichen und die Hügel zu wanken beginnen – meine Huld wird nie von dir weichen und der Bund meines Friedens nicht wanken, spricht der Herr, der Erbarmen hat mit dir.
Ezechiel 36,26f: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. Ich nehme das Herz von Stein aus eurer Brust und gebe euch ein Herz von Fleisch
Micha 6,8: Es ist dir gesagt worden, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir erwartet: Nichts anderes als dies: Recht tun, Güte und Treue lieben, in Ehrfurcht den Weg gehen mit deinem Gott.
Matthäus-Evangelium 4,4: Der Mensch lebt nicht nur von Brot, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt.
Matthäus-Evangelium 28,20b: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.
Markus-Evangelium 10,14: Lasst die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran! Denn Menschen wie ihnen gehört das Reich Gottes
Lukas-Evangelium 10,20: Freut euch darüber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind.
Johannes-Evangelium 8,12: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis umhergehen, sondern wird das Licht des Lebens haben.
Johannes-Evangelium 14,6: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.
Römerbrief 8,31f: Ist Gott für uns, wer ist dann gegen uns? Er hat seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben - wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?
Römerbrief 8,38f: Denn ich bin gewiss: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Gewalten der Höhe oder Tiefe noch irgendeine andere Kreatur können uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.
1. Korintherbrief 16,14: Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe.
2. Korintherbrief 5,17: Wenn also jemand in Christus ist, dann ist er eine neue Schöpfung: Das Alte ist vergangen, Neues ist geworden.
2. Korintherbrief 12,9: Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.
1. Petrusbrief 2,9: Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliger Stamm, ein Volk, das sein besonderes Eigentum wurde, damit ihr die großen Taten dessen verkündet, der euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen hat.
1. Petrusbrief 5,7: Werft alle eure Sorge auf ihn, denn er kümmert sich um euch.
2. Timotheusbrief 1,7: Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.
1. Johannesbrief 3,1: Seht, wie groß die Liebe ist, die der Vater uns geschenkt hat: Wir heißen Kinder Gottes, und wir sind es.
Im Rahmen der Tauffeier wenden wir als gläubige Menschen uns an Gott und tragen ihm unsere Anliegen vor. Von Jesus haben wir gehört: „Wenn ihr betet, dann leiert nicht Gebetsworte herunter wie die Heiden. Sie meinen, sie könnten bei Gott etwas erreichen, wenn sie viele Worte machen. Ihr sollt es anders halten. Euer Vater weiß, was ihr braucht, bevor ihr ihn bittet.“ (Mk 6, 7)
So braucht unser Gebet nicht wortreich oder besonders geschliffen sein – ja, man darf sogar sagen, dass Gott es gar nicht braucht. Aber für uns selbst ist es gut, wenn wir unsere Sorgen und Anliegen bei Gott „loswerden“ können.
Sie finden hier eine Auswahl denkbarer Fürbitten als Anregung – die schönsten und passendsten Fürbitten kommen wahrscheinlich von Ihnen ganz persönlich. Und vielleicht ist das Fürbittgebet eine Möglichkeit, dass neben Ihnen als Eltern auch die Paten oder andere Angehörige ihre Anliegen aussprechen. Nach jeder Bitte können dann alle Anwesenden gemeinsam sprechen: „Wir bitten dich, erhöre uns“.
- Gott, wir bitten für …, dass immer Menschen bei ihm sind, die ihn annehmen, wie er ist, die ihn lieben, denen er vertrauen kann, die für ihn da sind und ihm helfen – und dass auch er lieben lernt mit seinem ganzen Herzen.
- Gott, wir bitten für …, dass er seine Ziele erreichen und ihm und denen, die er liebt, kein Unglück widerfahren möge, dass er aber auch denn nie den Mut und die Zuversicht verliert, wenn sich seine Wünsche und Hoffnungen nicht erfüllen.
- Gott, wir bitten für …, dass er lernt, mit seinen eigenen Augen zu sehen und mit seinen eigenen Ohren zu hören, dass er seine eigene Meinung bildet und sich nicht vom Bösen beeinflussen lässt, dass er für seine Überzeugung mutig eintritt und seinen eigenen Weg findet.
- Gott, wir bitten für …, dass er nicht in ständiger Angst leben muss vor den Konsequenzen des rücksichtslosen Umgangs der Menschen mit der Schöpfung und ihren Lebewesen, dass er selbst den Laut der Schöpfung spürt und dass Friede herrsche in seinem Leben.
- Guter Gott, wir bitten dich für …,dass er sich von der Not dieser Welt anrühren lässt, dass er Menschen zuhören kann, die sich ihm mitteilen möchten, dass er Worte findet, die nicht verletzen, dass er lernt, seine Hände zu öffnen für die, die sie suchen, und dass er selbst offenen Händen begegnet.
- Himmlischer Vater, halte Deine schützende Hand über ihn und lass ihn in Stunden der Verzweiflung immer wieder bei Dir Halt und Geborgenheit finden.
- Gott, lass ihn offene Menschen in der Gemeinde finden, die sie auf ihrem Weg zu Dir begleiten.
- Guter Vater, begleite ihn auf seinem Lebensweg und schenke ihm immer wieder die Begegnung mit Menschen, die sein Leben bereichern, spannend und interessant machen.
- Herr, beschütze unsere Kinder auf all ihren Wegen und lass sie an Seele und Leib gesund bleiben.
- Gib uns die Ausdauer, für unsere Kinder da zu sein, wann immer sie uns brauchen und gib uns die innere Gelassenheit, wo sie ihren Freiraum brauchen.
- Lass die Paten gute Weggefährtinnen und Freunde unserer Kinder sein.
- Herr hilf, dass unsere Kinder von der Gemeinde aufgenommen werden, so dass sie sich stets geborgen fühlen.
- Lass uns von unseren Kindern lernen. Ihre Offenheit und ihre Freude sollen uns anstecken.
- Gott, wir bitten dich für alle Menschen, denen es schwer fällt, an deine Liebe zu glauben. Hilf ihnen, dass sie wieder neu auf dich vertrauen.
- Vater, wir bitten dich für alle, die den Glauben verkünden, für Eltern und Erzieherinnen, für Lehrer und Seelsorger, dass sie immer lebendige Zeugen für deine Liebe zu den Menschen sind.
- Gott, wir bitten dich für unsere Gemeinde, dass sie ein Ort ist, an dem Menschen jeden Alters sich geborgen fühlen und wo sie Gemeinschaft mit dir finden.
- Herr, wir denken auch an die vielen Kinder, die es so viel schwerer haben: Kinder, die mitten im Krieg aufwachsen und fast alles entbehren müssen, Kinder, denen es an Kleidung, Wohnung, Nahrung und Zuwendung fehlt. Bitte lass uns unserer Verantwortung hierfür gerecht werden.
- Herr, an diesem Tag denken wir auch an unserer verstorbenen Angehörigen. Lass sie in deiner Liebe für immer geborgen sein.


