Kirchenentwicklung 2030

 
Mit der Kirchenentwicklung 2030 antwortet die Erzdiözese Freiburg auf gesellschaftliche Trends, den demographischen Wandel und neue Technologien, die die Lebens-, Glaubens- und Arbeitswelt nachhaltig verändern. Bei dem 2019 angestoßenen Zukunftsprozess geht es daher um einen tiefgreifenden Kulturwandel mit dem Ziel, Kirche zu einer lebendigen und verlässlichen Glaubensgemeinschaft umzugestalten. Damit dies gelingt, werden alle Bereiche kirchlichen Lebens, die Verwaltung und die Strukturen der Erzdiözese in den Blick genommen.
 
Im Zuge des Projekts wurden die bisherigen Pfarreien und Seelsorgeeinheiten aufgelöst und zum 1. Januar 2026 neue Pfarreien gebildet. Eine dieser 36 neuen Großpfarreien ist die Katholische Stadtkirche Heidelberg sein. Sie wurde bereits 2015 als Seelsorgeeinheit bzw. Kirchengemeinde gegründet; die bislang eigenständigen zwölf Pfarreien dieser Seelsorgeeinheit wurden 2026 zu einer "Pfarrei neu" zusammengeführt.
 

Die neue Pfarrei Heilig Geist Heidelberg

 

Die Pfarrei trägt den Namen ‚Heilig Geist‘ und ihre Pfarrkirche ist die Heidelberger Jesuitenkirche. Staatskirchenrechtlich heißt die Kirchengemeinde ‚Römisch-katholische Kirchengemeinde Heidelberg‘, daneben bleibt der Name ‚Katholische Stadtkirche Heidelberg‘ in Gebrauch.
 

 
v.l.: Dominik Dieter, Kathrin Grein, Paul Wührl, Jens Bader, Marius Fletschinger
Dr. Marius Fletschinger
Erzbischof Stephan Burger hat Pfarrer Dr. Marius Fletschinger zum Leiter der neuen Pfarrei ernannt. Marius Fletschinger, Jahrgang 1984, ist im Raum Karlsruhe aufgewachsen, studierte Theologie in Freiburg, Rom und Paris und wurde 2013 zum Priester geweiht. Nach drei Jahren als Vikar in Neckargemünd und Jugendseelsorger im Dekanat Kraichgau wechselte er 2016 als Hochschulseelsorger an die KHG Mannheim. Seit dem 1. Januar 2022 leitet Marius Fletschinger die Seelsorgeeinheit Karlsruhe Südwest.
 
Zusammen mit dem Pfarrer bilden Pastoralreferentin Kathrin Grein und Pfarrer Jens Bader das sogenannte Kernteam der Katholischen Stadtkirche Heidelberg. 
Kathrin Grein
Kathrin Grein, aufgewachsen in Wertheim am Main studierte in Würzburg und Freiburg Theologie und trat als Pastoralreferentin in den Dienst der Erzdiözese Freiburg. Sie arbeitete in den Seelsorgeeinheiten Mannheim Südwest, Wiesloch-Dielheim und Mannheim Johannes XXIII, bevor sie 2020 die Leitung der Katholischen Hochschulgemeinde Mannheim übernahm.
Jens Bader
Pfarrer Jens Bader war bis Herbst 2025 Leitender Pfarrer der Katholischen Kirchengemeinde Lauf-Sasbachtal. Er stammt aus Bruchsal, studierte in Freiburg und Rom und wurde am 8. Mai 2005 zum Priester geweiht. Nach Vikarsstellen in Kenzingen und Wiesloch kam Bader 2010 als Pfarrer nach Sasbach. Er ist Mitglied der Kirchensteuervertretung der Erzdiözese und Diözesanpräses des Cäcilienverbands der Erzdiözese.
 
Verantwortlich für die Verwaltung der Pfarrei sind der Pfarreiökonom und sein Stellvertreter. Zusammen mit den beiden Pfarrern bilden sie den Verwaltungsvorstand der Pfarrei.
Paul Wührl
Diplombetriebswirt Paul Wührl wird ab Oktober 2025 als Pfarreiökonom die operative Verwaltung der Pfarrei in Abstimmung mit dem Pfarrer, dem Pfarreivermögensverwaltungsrat und dem Verwaltungsvorstand verantworten. Wührl war zuletzt als Prokurist und Gesamtvertriebsleiter bei einem mittelständischen Großhandelsunternehmen tätig. 
Dominik Dieter
Der Diplomverwaltungsswirt war bislang stellvertretender Leiter der Verrechnungsstelle für katholische Kirchengemeinden Heidelberg-Weinheim und verantwortete in dieser Funktion die Sachgebietsleitungen Personalverwaltung und Kindergärten inne. 
 

Entsprechend der Vorgabe des Erzbistums Freiburg gibt es in den neuen Pfarreien ein ‚Zentrales Pfarrbüro‘; der Pfarrgemeinderat hatte bereits im Frühjahr 2023 beschlossen, dass dieses Büro an drei Standorten angesiedelt sein wird: in der Blumenstraße 23 (Weststadt), in der Wallstraße 27a (Wieblingen) sowie in der Merianstraße 2 (Altstadt).
In den Büros der einzelnen Gemeinden gibt es wöchentliche Sprechzeiten.
 

Als Nachfolgegremium des bisherigen Pfarrgemeinderats wurde bereits im Oktober 2025 der Pfarreirat für die neue Pfarrei gewählt. Im neuen Pfarreigesetz der Erzdiözese Freiburg sind die rechtlichen Grundlagen für den Pfarreirat gelegt. Dem Gremium der Stadtkirche gehören 18 gewählte Mitglieder an.
 

Die Größe und Komplexität der neuen Pfarreien erfordern entsprechende Strukturen, die Leben und Sendung der Kirche vor Ort unterstützen. In den diözesanen Vorgaben werden Begriffe wie „Kompetenzteams“ für bestimmte Aufgaben oder „Kirch-Ort“ für pastorale Orte mit einem besonderen Profil verwendet. In der Stadtkirche konnten in den vergangenen Jahren Erfahrungen mit dem kollegial-kooperativen Leitungsmodell gesammelt werden, das nun mit Blick auf die Erfordernisse der neuen Pfarrei weiter zu entwickeln ist.
 
Um das kirchliche Leben in seiner Vielfalt vor Ort zu koordinieren, kann es auch künftig Gemeindeteams geben.
 

Wichtige Stationen im Rückblick

 

Eine diözesane Pastoralkonferenz bildete Anfang 2019 den Auftakt zu einem Prozess, der die Strukturen von Pastoral und Verwaltung in der Erzdiözese Freiburg grundlegend verändern soll. Erzbischof Stephan Burger kündigte unter anderem an, anstelle der bisher 224 Seelsorgeeinheiten im Erzbistum rund 40  Pfarreien zu errichten. Am Anfang stand ein zweijähriger Konsultationsprozess, in den alle Ebenen der Diözese eingebunden werden sollten.
 

Im Dezember 2020 setzte Erzbischof Stephan Burger eine neue Projektleitung ein und verband die ursprünglich getrennten Teil-Projekte „Pastoral 2030“ und „Verwaltung 2030“ zu einem Projekt, das von da an unter dem Namen „Kirchenentwicklung 2030" firmiert. 
 

Anfang März 2021 hat die Erzdiözese den abschließenden Entwurf der Neuordnung ihrer Pfarreien bekanntgegeben. Besonders die Entscheidung über den geografischen Zuschnitt der neuen Pfarreien war mit Spannung erwartet worden. Die hiesige ‚Pfarrei neu‘, so der Beschluss, wird identisch sein mit der Katholischen Stadtkirche Heidelberg, zu der die zwölf Pfarreien in Heidelberg und Eppelheim zählen.
 
Im Juni 2021 nimmt das Projekt mit der Ernennung der Lokalen Projektkoordination vor Ort Fahrt auf. Für die Stadtkirche übernehmen diese Aufgabe Dekan Alexander Czech (bis Anfang 2024) und Dekanatsreferentin Hannah Gniot. Aufgabe der Tandems, die jeweils aus einem Priester und eine pastorale Mitarbeiterin bestehen, ist es, die Kirchenentwicklung in den künftigen Pfarreien vorzubereiten und den Zukunftsprozess zu koordinieren.
 

Am 19. Oktober 2022 beschließt der Pfarrgemeinderat, den Koordinierungskreis der Stadtkirche zusätzlich mit der Aufgabe der Projektleitung im Projekt „Kirchenentwicklung 2030“ zu betrauen. 
 

Im April 2023 votiert der Pfarrgemeinderat dafür, dass die künftige Pfarrei den Namen „Heilig Geist“ tragen soll und die Jesuitenkirche Pfarrkirche dieser Pfarrei wird. Außerdem fasst er den Beschluss, dass es ein „Zentrales Pfarrbüro“ mit drei Standorten (Weststadt, Wieblingen, Altstadt) geben soll.
 

Anfang des Jahres 2024 veröffentlicht das Erzbistum Freiburg die Namen der künftigen Leitenden Pfarrer: Der aktuelle Leiter der Seelsorgeeinheit Karlsruhe Südwest, Dr. Marius Fletschinger, wird 2026 erster Leiter der Pfarrei Heilig Geist Heidleberg sein.
 
In seiner Sitzung am 16. Mai 2024 hat der Pfarrgemeinderat die Gründungsvereinbarung beschlossen. Sie ist eine Absichtserklärung, in der Grundzüge der pastoralen Arbeit in der ‚Pfarrei neu‘ beschrieben werden. 
 

Das Jahr 2025 war für die Stadtkirche bereits ein Jahr des Übergangs mit Abschieden und Neuanfängen. Personalwechsel im Seelsorgeteam, insbesondere der Abschied vom langjährigen Leiter Johannes Brandt, und der Start des neuen Kernteams mit den Pfarrern Marius Fletschinger und Jens Bader sowie der Leitenden Referentin Kathrin Grein machten den Übergang von der "alten" zur "neuen" Stadtkirche anschaulich.
Die Wahl des neuen Pfarreirats im Oktober, der den bisherigen Pfarrgemeinderat ablöste, war eine weitere wichtige Weichenstellung für die neue Pfarrei. In der konstituierenden Sitzung wurde Doris Lahmer zur Vorsitzenden gewählt, ihr Stellvertreter Luis Cerna und Beisitzerin Daniela Seehaus komplettieren den Vorstand, dem auch der Leitende Pfarrer angehört.