"Wer an den Benachteiligten spart, spart nichts."
Mehr als 3.000 Menschen sind dem Aufruf des Bündnisses "Kein Schritt nach rechts" am Samstag (7. März) gefolgt. Bei der Abschlusskundgebung auf dem Universitätsplatz sprachen auch die Leiter der katholischen und evangelischen Kirche in Heidelberg.
"Es geht um den Zusammenhalt unserer Gesellschaft", betonten Dr. Marius Fletschinger und Dr. Christof Ellsiepen. "Und das ist uns als Vertretern der evangelischen und katholischen Kirche nicht egal. Wir haben einen gemeinsamen Auftrag. Wir wollen Menschen schützen, stärken und ermutigen. Besonders die, die schwach sind." Der Sozialstaat sei kein Luxus, sondern die Grundlage des gesellschaftlichen Miteinanders. Das zeige auch die vielfältige Arbeit der kirchlichen Wohlfahrtsverbände, Caritas und Diakonie: "Dort geht es nicht um Theorie. Dort geht es um echte Menschen. Um Familien ohne Geld. Um Alte ohne Hilfe. Um Kranke, Einsame und Geflüchtete. Diakonie und Caritas leisten viel. Mit Herz. Mit Fachwissen. Mit großem Einsatz. Aber sie können das nur in einer Gesellschaft, für die jeder Mensch gleich wichtig ist. Wer an den Benachteiligten spart, spart nichts. Wenn wir Menschen nicht unterstützen, die Hilfe brauchen, leiden wir letztlich alle", so Fletschinger und Ellsiepen.
Aufstand für die Stärkung des Sozialstaats
Zu der Demonstration "Aufstand für Anstand" hatte das Bündnis "Kein Schritt nach rechts" eingeladen, dem sich auch die beiden Kirchen angeschlossen haben. Am Tag vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg wollte das Bündnis konkrete Erwartungen an Politik und Gesellschaft formulieren und zeigen, wie viele Menschen diese Positionen unterstützen. Unter anderem sollte es um eine klare Distanzierung von menschenverachtender und rechtsextremer Politik und Sprache gehen, aber auch um die Stärkung des Sozialstaats, die Verteidigung des Rechts auf Asyl und die Gleichbehandlung und Teilhabe aller Menschen. "Wir sind sehr stolz, dass wir jetzt schon das dritte Jahr in Folge so viele Menschen in Heidelberg versammeln konnten", betonte Louisa Beisel für das Bündnis gegenüber der Rhein-Neckar-Zeitung.
