Justin

Namenstage: Justin

Funktion: Heiliger, Philosoph, christlicher Apologet, Märtyrer; Kirchenvater (Ostkirche)

Gedenktag: 1. Juni

Patronat: der Philosophen

Justin, als Sohn vornehmer heidnischer Eltern um das Jahr 100 in Flavia Neapolis in Palästina (heute Nablus) geboren, studierte auf der Suche nach Erleuchtung zunächst Philosophie. Nach seiner Einführung in das Christentum widmete er sich dem Studium der Bibel, ließ sich taufen und wanderte als Prediger umher.

Er wurde letztlich in Rom sesshaft, wo er eine philosophische Schule gründete. Von der platonischen Philosophie beeinflusst, suchte er in seiner Lehre eine Verbindung des christlichen Glaubens mit dem Platonismus herzustellen. Er trat gegen die im Römischen Reich verbreiteten Christenverfolgungen ein, wurde jedoch unter Kaiser Marc Aurel (161–80) selbst deren Opfer. Weil sie sich weigerten, an heidnischen Riten teilzunehmen, wurden Justin und sechs seiner Schüler um das Jahr 165 von römischen Soldaten verhaftet, gegeißelt und schließlich öffentlich enthauptet.

Von seinen zahlreichen Schriften sind drei erhalten geblieben: zwei Apologien (Schriften zur Verteidigung der christlichen Religion) und der »Dialog mit dem Juden Tryphon«, eine frühe christliche Auseinandersetzung mit dem Judentum.

Justin, der als einer der bedeutendsten frühkirchlichen Theologen gilt, wurde im 9. Jahrhundert ins Martyrologium Romanum aufgenommen. Die orthodoxe Ostkirche verehrt ihn als Kirchenvater.

Darstellung: als Gelehrter

Attribute: Buch (Gelehrsamkeit); Palme (Martyrium)

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010